Ferienprogramm in Ohmstede

Stadteildetektive auf heißer Spur (Sommer 2019)

Es geht um Heimatgefühle aber auch Medienkompetenz. In Ohmstede erforschen zurzeit 50 Kinder und Jugendliche ihren Stadtteil. Dabei wird der Kompass genauso genutzt wie das Smartphone.

Wer Pippi Langstrumpfs Abenteuer noch nicht ganz vergessen hat, der weiß, wie spannend das Leben für Sachensucher sein kann. „Die ganze Welt ist voller Sachen, und es ist wirkliche nötig, dass jemand sie findet“, hat Schriftstellerin Astrid Lindgren ihre weltberühmte Fantasiefigur sagen lassen. Auch Ohmstede ist voller Dinge, die es wert sind, entdeckt zu werden. Und deshalb sind jetzt wieder die Stadtteildetektive unterwegs.
 

Vorbereitung für die Sachensuche
Vorbereitung für die Sachensuche: Die Farben, mit denen die Stadtteildetektive die Eierkartons bemalen, spielen beim Rundgang durch Ohmstede eine wichtige. Sollte es in Ohmstede Dinge mit denselben Farbtönen geben?

Ausgangspunkt ihrer Ermittlungen ist das Kulturzentrum Rennplatz an der Kurlandallee. Zum fünften Mal findet hier in den Sommerferien das Programm „Kultur macht stark“ statt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Drei lokale Bündnispartner haben diesmal eingeladen: das Spielmobil Spielefant, das Kulturzentrum Rennplatz und die Bildungsmanufaktur kreativ lernen/individuell fördern.

„Über 50 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren sind mit dabei“, erzählt Anke Möhlmann vom Spielefant. „Ein Erwachsener kümmert sich jeweils um sechs Kinder“, erklärt Birgit Jenssen (Geschäftsführerin der Bildungsmanufaktur). „90 Prozent der Kinder haben einen Migrationshintergrund“, weiß Torsten Lobien, Leiter des Kulturzentrums.

Fotos fürs Internet

Spielerisch sollen die jungen Ohmsteder „ihr“ Ohmstede erkunden. Diesmal liegt der Schwerpunkt auf dem Erwerb von Medienkompetenzen. Die Kinder lernen den Umgang mit Medien und Medieninhalten. „Zum Beispiel auch, welche Fotos man ins Internet stellt“, sagt Anke Möhlmann. Für ihre Ermittlungsarbeit nutzen die Stadtteildetektive analoge wie digitale Hilfsmittel.

Die Jüngsten im Alter von sechs bis acht Jahren erkunden das Viertel mittels Stadtplan und kleinen Forschungsaufträgen. Und sie erbauen den Stadtteil mit ihren Mitteln neu. Im ersten Stock des Kulturzentrums sind aus Hölzern zum Beispiel die Ohmsteder Kirche und das alte Kasernengelände entstanden. Einen Spielplatz nach ihren Wünschen haben die Kinder gemalt. Vielleicht wollen sie das Bild an den Oberbürgermeister schicken. Am Dienstag waren die Jüngsten Sachensucher. Dabei mussten sie im Stadtteil Sachen in bestimmten Farbtönen aufspüren.

Das wird lecker
Das wird lecker: (hinten von links) Torsten Lobien, Anke Möhlmann und Birgit Jenssen freuen sich schon auf die Muffins, die Stephanie (links) und Ida backen.
 

Auch die Acht- bis Zehnjährigen schlüpfen in die Rolle des Stadtplaners. Sie lernen den Umgang mit dem Kompass und erhalten nach einer Schatzsuche auch den digitalen Kompass, ein GPS-Gerät mit Aufgaben und Rätsel.

Die Zwölfjährigen haben sogar zwei Aufträge. Sie können für sich, für die anderen Gruppen und für ihre Eltern eigene GPS-Touren entwerfen. Außerdem bekommen sie den Auftrag, durch Interviews und Besuche in den anderen Gruppen herauszufinden, was die eigentlich machen. „Sie stellen auch verschiedene Einrichtungen im Stadtteil vor und entwickeln dafür einen Fragenkatalog“, sagt Birgit Jenssen.

Wie aufs Stichwort hält ein Kleinbus am Kulturzentrum. „Es geht zur Freiwilligen Feuerwehr Ohmstede“, erklärt Torsten Lobien. Dort „ermittelt“ die Gruppe heute. „Wir sind gut vernetzt im Stadtteil. Deshalb ist auch so etwas möglich, betont Lobien. Die Ergebnisse dieser Gruppe können dann im digitalen Stadtplan hinterlegt werden.

Entscheidungen treffen

Bei all diesen Methoden gehe es darum, die Kinder und Jugendlichen darin zu bestärken, ihren Lebens- und Spielraum bewusst wahrzunehmen, sagen die Bündnispartner. Daraus könne sich eine ganz besondere Art der Heimatidentifikation entwickeln. Wichtig dabei sei zu lernen, kooperative Interessen unter Gleichaltrigen auszuhandeln, Entscheidungen zu treffen und die zu vertreten. Gegenseitige Wertschätzung nennen die Akteure als einen weiteren Aspekt. Das gemeinsame Essen im Kulturzentrum gehört übrigens auch zum Programm. „Wir versorgen uns ja selbst“, sagt Torsten Lobien.

Ein Abschlussfest wird an diesem Freitag gefeiert. Dazu sind ab 14.30 Uhr auch alle Stadtteilbewohner eingeladen. Und in den Herbstferien (7. bis 11. Oktober) heißt es dann wieder „Kultur macht stark“ in Ohmstede.

Quelle: NWZ online

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