Kann ein Stadtteil rhythmisch sein?

Veröffentlicht am 4. März 2015

Diese und weitere Fragen wie “Wie klingt mein Stadtteil? Wie funktioniert ein GPS-Gerät? Wo ist überhaupt Süden und wo Norden?” animierten 40 Kinder und Jugendliche in der schulfreien Zeit eine Woche lang ihren Stadtteil in Oldenburg zu erkunden. In Kleingruppen zogen sie los und entdeckten mit immer neuen Rätseln, Fragen und Wegen neue Dinge. Eine Maßnahme aus dem Konzept bildungsLandschaften GESTALTEN der BAG Spielmobile im Förderprogramm Kultur macht Stark – Bündnisse für Bildung des Bundesbildungs- und Forschungsministeriums.

Klangskulpturen und Klangorchester

Rhythmischer Stadtteil OldenburgMit drei Musik-Studierenden erforschten die Teilnehmenden ihren Stadtteil musikalisch. Sie hörten genau hin, welche Geräusche an bestimmten Orten und welche Assoziationen dabei entstehen. Eine Gruppe untersuchte die Skateranlage genau und zeichnete dabei verschiedene Geräusche auf. Diese wurden dann selbstständig am Computer geschnitten und zusammengestellt. Dabei entstand beispielsweise eine Werbekampagne für den naheliegenden See mit seiner Skateranlage.
Eine weitere Aufgabe bestand darin, vermeintlich nutzloses Material aus dem Stadtteil zu sammeln, um daraus Klangskulpturen zu bauen. Wie klingt Holz? Wie Metall? Wie könnte man das Material zu einer Skulptur zusammenbauen? Hierbei entstanden Figuren, die anfingen eine Geschichte zu vertonen. Rund um die Skulptur wurden Hörgeschichten erfunden und aufgenommen.

Eine weitere Kleingruppe begab sich auf die Suche nach Material, welches für ein Orchester nützlich ist. Das Ziel dabei war, die Instrumente anschließend nach Schlag- oder Raschelinstrumenten zu sortieren. Das Orchester studierte im Anschluss verschiedene Rhythmen mit dem Bezug zum Stadtteil ein und zog mit seinem Stück erneut durch den Stadtteil. Hierbei stimmten sich die Kinder untereinander ab, wo und wie sie ihr Musikstück präsentieren. Vor dem Einkaufsladen kann das Stück intensiver gespielt werden als auf dem Friedhof.

Stadtteilkarten und Kompass

Eine weitere Forschungsstation führte die Teilnehmenden in die Benutzung von Stadtteilkarten und Kompassen ein. Hier ging es erst einmal darum, auf der Karte zu entdecken wo man sich gerade befindet. Oder herauszufinden, wo man wohnt oder wo sich die Schule befindet, die man besucht und wie man dort hinkommt. Es war gar nicht so einfach, die Symbole und die Straßen zu entdecken, die täglich so geläufig sind. Nun konnten die Kinder und Jugendlichen ausprobieren, ob sie anhand einer Wegbeschreibung und der Karte zum gewünschten Ziel kommen.

Mit dem Kompass ging es dann weiter. Die Gruppen erfuhren, wie ein Kompass zu lesen und zu gebrauchen ist. Wie Piraten mit einem Kompass einen Schatz heben konnten, erfuhren die Kinder und Jugendlichen real und machten sich auf die Suche nach einem Schatz.
Das weckte natürlich die Neugier, denn es verbarg sich im Koffer ein Gerät: ein GPS-Gerät. Doch was ist das für ein Gerät und was können wir damit machen?
Das Gerät wurde erst mal inspiziert und mittels eines Globus die Funktionsweise erklärt. Zudem wurde erläutert, wo GPS-Geräte im Alltag benutzt werden und dass das Navigationsgerät im Auto genauso funktioniert. Im Stadtteil entdeckten die Kinder mit dem GPS-Gerät Orte, die durch die Caches mit ihren Rätseln und Aufgaben besonders wurden. Der Spielplatz bekam eine ganz neue Bedeutung und bleibt mit seiner Erinnerung bei den Kindern im Gedächtnis. Ein vermeintlich langweiliger Spielplatz bekam durch Spielanregungen im Cache eine neue Bedeutung und bleibt den Kindern im Gedächtnis hängen.

Aufregend wurde es, als die Kids eigene Routen gestalteten und legten und ihre Freunde diese anschließend ausprobierten. Besonders beliebt war dabei, einen wertlosen Gegenstand gegen einen wertvolleren zu tauschen. Es stellte sich heraus, dass nicht alle die gleiche Vorstellung von „Wertvoll“ hatten und sich die Gruppe einigen musste, ob noch weiter getauscht wird oder nicht. Auch musste ausgehandelt werden, wie und wo getauscht wird.
Spielpausen

Die Woche wurde immer wieder von Spielpausen begleitet. Neben freiem Spielen gab es auch wieder angeleitete Spiele. Bewegungsspiele mit und ohne Material standen dabei im Vordergrund, aber auch Pausen, in denen getanzt wurde und Rollenspiele Einzug erhielten, waren dabei.

In dieser Woche konnten die Teilnehmenden ihre eigenen Fertigkeiten und Fähigkeiten entdecken und stärken. Durch verschiedene Angebote konnten unterschiedliche Kompetenzen angewendet werden. Die in der Woche entstandene vertrauensvolle Atmosphäre trug positiv dazu bei.

Am Computer ein eigenes Musikstück inszenieren, eine Geschichte erfinden, Rätsel erstellen sind einige davon. Die Wertschätzung von anderen Teilnehmenden und ihren Ideen konnte beobachtet werden. Das tägliche Mittagsessen, welches die Mitarbeiter/Innen selbst zubereiteten, wurde wertgeschätzt.

Anke Kühl

Wer Interesse hat, mehr von dem Projekt, dem Konzept und den Aktivitäten zu erfahren, kann sich beim Spielmobil Spielefant Oldenburg – Verein zur Förderung des Freizeitsports e.V. informieren.

Spielmobil Spielefant Oldenburg – Verein zur Förderung des Freizeitsports e.V.
Tannenkampstraße 4,
26131 Oldenburg
Telefon: 0441/504228
E-Mail: kontakt@spielefant.com

 

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